Very British! Das Portcullis House steht ganz in der Tradition der englischen Handwerkskunst, solide und hochwertig gebaut. "200 Jahre" war die Haltbarkeitsvorgabe für den Erweiterungsbau des Britischen Parlaments, auch eine hohe Sicherheit gegen Bombenattentate sowie Erdbeben waren gefordert. Direkt an die U-Bahn angeschlossen und über Tunnel mit dem daneben liegenden British Parlament verbunden, erweitert es dieses um zahlreiche Büro- und Konferenzräume.
Ob Bronze, Kupfer, Aluminium oder Glas, selten war seele beim Bau einer Fassade mit solch einer Materialzusammenstellung konfrontiert. Technische Lösungen zu finden und die Logistik für die termingerechte Fertigung aufzubauen, waren eine große Herausforderung. Als besonders anspruchsvoll erwies sich die Produktion der Fenstermodule, deren Rahmen aus gegossenen und extrudierten Aluminium-Bronze-Profilen gefertigt sind. Bereits seinerzeit, 1996, wurden einige der komplex ausgeformten Formteile in 3D konstruiert, um Gussformen direkt über CNC-gesteuerte Maschinen fräsen zu können. Die hoch präzisen Gussteile wurden nach dem Baukastenprinzip mit den Verglasungen, Verkleidungen und Lichtleitlamellen zusammengesetzt und komplett vormontiert, geliefert und eingebaut.
Maßgeblich beteiligt an dieser wohl einzigartigen Fassade war Alvis Vehicles Ltd. Das britische Traditionsunternehmen und seele entwickelten gemeinsam neue Schweißverfahren für die Verbindung der unterschiedlichen Materialien. Sandgestrahlt, getrocknet, künstlich patiniert und mit einem schützenden Wachs versehen erhalten alle Fassadenteile - ob Fenster, Verkleidungen oder Dachverblechungen - eine einheitliche Patina. Die so unterschiedlichen Bauteile verbinden sich zu einer künstlich, in Würde gealterten Fassade, von den Fensterelementen über die Dachflächen bis hin zu den zahlreichen Klimatürmen - ein kunstvoller Vorgriff auf die geplante 200-jährige Geschichte des Hauses.