Während der Weltausstellung EXPO 2010 in Shanghai sorgte die Kampagne „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ für ein architektonisches Highlight: Das German-Chinese House ist ein Beispiel für zukunftsweisendes Bauen. Mit der Verbindung des Naturmaterials Bambus für die tragende Struktur und modernen Kunststoffmaterialien für Fassade und Dach schuf der Münchner Künstler Markus Heinsdorff zusammen mit dem deutschen Architekturbüro MUDI aus Shanghai eine eindrucksvolle Symbiose von Natur und Hightech. Auftraggeber für das Gebäude waren das Auswärtige Amt und das Goethe Institut China.
Das Gebäude ist eine selbsttragende, zweigeschossige Konstruktion aus Riesenbambus. Die Tragkonstruktion besteht aus acht Meter langen Bambus-Rohren aus Südchina, mit einem Durchmesser von bis zu 23 Zentimetern. Im Inneren des Hauses tragen bis zu sechs Meter lange, aus verleimten Bambus-Lamellen bestehende Balken den freitragenden Raum im Obergeschoss.
Insgesamt projektierte und installierte seele covertex 707 Quadratmeter Hightech-Kunststoff-Material bei diesem Pavillion. Die 264 Quadratmeter große Dachfläche besteht aus einer speziellen PVC-Membran, die sich faltenfrei über die Tragkonstruktion spannt. Sie sorgt einerseits für gute Belichtung und prägt andererseits durch ihre Leichtigkeit die Atmosphäre im Inneren.
An den Fassaden ist der Bambus mit einlagigen ETFE-Folien kombiniert. Deren hohe Transparenz erzeugt die offene und durchlässige Anmutung des Gebäudes. In regelmäßigem Muster wurden weiße Sonnenschutz-Segel zwischen die Fassadenelemente gespannt, die dem Haus eine besondere Dynamik verleihen.
Das Gebäude wurde innerhalb eines Monats errichtet. Aufgrund der modularen Konstruktion und der Leichtigkeit der Materialien kann die gesamte Konstruktion nach der Expo auseinandergeschraubt und an anderer Stelle wieder errichtet werden. Damit ist das German-Chinese House der nachhaltigste Pavillon der gesamten Ausstellung.