Für das bedeutende Masoala-Regenwald-Projekt im Zoo Zürich entwarf das Architekturbüro Gautschi Storrer eine adäquate Hülle. Das großvolumige Gewächshaus imitiert das Ökosystem des Regenwaldes von Masoala, einer Halbinsel im Nordosten Madagaskars und schützt deren bedrohte Pflanzenwelt. Ein Gewächshaus stellt besonders hohe Anforderungen an die Lichtverhältnisse, die die transparente vierlagige Membranhülle aus ETFE-Folienpneus optimal erfüllt. Mit 94 Prozent liegt die Durchlässigkeit des ultravioletten Strahlenspektrums ebenso hoch wie die Lichttransmission und damit höher als bei Glas- oder Kunststoffscheiben. Gerade für dieses Projekt bieten die ETFE-Folien weitere Vorteile: Sie sind sehr leicht und weisen eine hohe Festigkeit auf. Das bedeutet Material- und Kostenersparnis. Außerdem erzielen die Doppelkammern der Luftkissen eine sehr gute Wärmedämmung. Eine aufwändige Reinigung entfällt, da
Staub und Schmutz bei Regen von der glatten Oberfläche abgespült werden. Das Gewächshaus ist 90 Meter breit, 120 Meter lang und hat eine Grundfläche von 10.600 Quadratmetern. Sein Haupttragwerk besteht aus zehn parallelen Stahl-Bogenbindern mit einer Scheitelhöhe von 23 Metern, die die gesamte Hallenbreite stützenfrei überspannen. Die umgebende, 14.600 Quadratmeter große Hülle besteht aus 54 Pneus mit den Abmessungen von 4 auf 52 Metern. Ein Feld wird aus zwei Luftkissen gebildet, die von der Traufe bis zum Scheitel verlaufen und dort aneinander stoßen. Die Ortgangpneus verlaufen über den Scheitel hinaus von Traufe zu Traufe und gehören mit über 105 Metern zu den längsten weltweit. Nach sieben Monaten Vorbereitungszeit wurde die Luftkissenhülle in nur 14 Wochen montiert und das gesamte Gebäude in sechs Monaten fertig gestellt.