Auf dem Gelände des Londoner Olympiaparks gestaltete die Künstlerin Monica Bonvicini eines der größten Kunstwerke der olympischen Spiele 2012. Die drei versetzt hintereinander stehenden, verspiegelten Riesenbuchstaben RUN - neun Meter hoch, fünf Meter breit und 1,20 Meter tief - reflektieren tagsüber wie ein Spiegel die Umgebung, verschmelzen mit ihr und werfen den Blick auf den Betrachter zurück. Nachts erleuchten mehr als 8.000 LEDs die Lettern.
Bei diesem Projekt zeigte seele erneut konstruktive Kompetenz bis ins kleinste Detail. Um den von der Künstlerin geforderten Effekt zu erzielen - die Verschmelzung mit der Umgebung während des Tages - wurde die Oberfläche der Skulptur nahezu fugenlos und glatt ausgeführt, womit die Konstrukteure in der Scheibengröße an das Limit des technisch Machbaren gingen. Weißglasscheiben mit einer IpaChrome-Beschichtung bilden die Vorder- und Rückseite der Buchstaben. Die Seitenflächen dagegen bestehen aus Edelstahlblechen mit einer spiegelpolierten Oberfläche. Um eine möglichst homogene Oberfläche zu erzielen, musste seele eine Sonderlösung finden: sowohl Scheiben als auch Bleche sind mit der Unterkonstruktion durch ein nicht sichtbares Ein-hängesystem verbunden.
Erlebt der Betrachter die monumentale Skulptur tagsüber mit spiegelnder Oberfläche, leuchtet sie hingegen bei Nacht in gleißendem Licht. Bei Dunkelheit werden die innenliegenden Hochleistungs-LED-Ketten doppelt reflektiert. Zum einen wirft die beschichtete Außenscheibe das Licht zurück, zum anderen ein Spiegel aus Aluminiumverbundmaterial, der auf der Stahl-Unterkonstruktion montiert ist. Das Projekt RUN ist ein weiteres Beispiel dafür, dass seele mit den eigenen hohen Ansprüchen an Qualität und Präzision auch den außergewöhnlichen Anforderungen von Kunstprojekten problemlos gerecht wird.