In Zusammenarbeit mit Werner Sobek Ingenieure und seele entwickelte das Bremer Hochbaumanagement auf dem Campus der Universität Bremen eine gläserne Eingangshalle, die neben dem Fallturm als Wahrzeichen des Campus gilt. Die lichtdurchflutete Eingangshalle schließt an zwei Seiten an das bestehende Universitätsgebäude an, ihre Grundfläche beträgt 22 mal 43,5 Meter. Die transparente Konstruktion ist ästhetisch ansprechend und technisch an vorderster Front: In 15 Metern Höhe schwebt ein filigran anmutender Stahlrost, der im Eingangsbereich auf sechs V-Stützen gelagert ist und sich rückseitig mit sechs Pendelstützen auf dem Universitätsgebäude abstützt. Die Dachfläche besteht aus einer begehbaren 3-fach-Verglasung - 6 Millimeter starkes ESG-Glas mit Bedruckung und 2 x 8 Millimeter TVG-Glas. Fünf Hologrammscheiben in der Dachebene verstärken das Tageslicht in der Halle. Abends von außen angestrahlt, erzeugen sie zusammen mit der bedruckten Verglasung eine schwebende, leuchtende Scheibe.
Ein Novum in der Fassadenkonstruktion war zur Bauzeit die gedämpfte Fassade, die im Gegensatz zu starren Konstruktionen das Prinzip einer gläsernen Membran umsetzte. Vom Dachrost im Abstand von etwa 2 Metern abgehängte, 26 Millimeter starke Stahlseile werden im Fußpunkt über Kipp- und Stehfedern gedämpft. Die Vorspannung wurde unter anderem so ausgelegt, dass die Stahlseile das über die V-förmigen Glashalter eingeleitete Kippmoment aufnehmen können und so die vertikale Ablastung der Glasscheiben ermöglichen. Entgegen anderer Konstruktionen sind deshalb in den vertikalen Nassverfugungen keine Last abtragenden Stahlseile integriert.
Trotz der enormen Vorspannung kann sich das längste Seil bei Sturm bis zu einem halben Meter auslenken. Die Eckkonstruktion aus Rohren mit Kreuzverbänden ist vom Dachrost abgehängt. Im Übergang von der starren Eckkonstruktion zur „bewegten“ Seilfassade steifen Glasschwerter die Vertikalachse aus. Die knapp 2 auf 1 Meter großen Glasscheiben aus 10 bis 12 Millimeter starken ESG-Scheiben sind an den vier Ecken jeweils oben und unten geklemmt. Unterhalb der Attika sind umlaufend Metallrahmen mit Lüftungs-Glaslamellen in die Fassade integriert. Aus Gewichtsgründen sind diese direkt am Dachrost abgehängt, pendelnd, und können Bewegungen der Fassade aufnehmen.