Unter der Federführung des amerikanischen Architekten Helmut Jahn entstand auf dem Werksgelände der Bayer AG in Leverkusen ein modernes Verwaltungsgebäude, das mit transparenter Ästhetik und einer ökologisch nachhaltigen Ausrichtung einen Kontrapunkt zu den bestehenden Altbauten der Umgebung setzt.
Der halbelliptische Baukörper wird an seinen Flügeln von einer Doppelfassade abgeschlossen, die aus einer Aluminium-Konstruktion als Innenschale und einer abgehängten Ganzglasfassade als Außenschale besteht. Die Doppelfassade ist eine entscheidende Komponente im Energiekonzept des Gebäudes. Die ESG- beziehungsweise VSG-Verglasung der Fassade wird über Edelstahl-Gussbeschläge an senkrecht stehenden Glasschwertern gelagert. Zur Belüftung des Fassadenzwischenraumes stehen über 966 Glasklappen mit Edelstahl-Antriebsmechanik und zentraler Anordnung der Antriebsmotoren zur Verfügung.
Blickfang und repräsentativer Glanzpunkt des Gebäudes ist eine von seele entwickelte gläserne Eingangshalle, die den Baukörper mittig in zwei Flügel teilt. Die knapp 1250 m2 große Seilfassade besticht durch hohe Transparenz und Lichtdurchlässigkeit. Um diese Wirkung zu erzielen, wurden rund 70 in die Dachkonstruktion eingehängte Stahlseile über Federböcke im Boden verankert. Ihre Spannung ist so ausgelegt, dass eine Amplitudenauslenkung der Ganzglasfassade durch Winddruck von bis zu 90 Zentimetern möglich ist. Gleichzeitig übernehmen die Seile die Lastabtragung der Glasscheiben, die an den Kreuzungspunkten aufgehängt sind. Unten aufgelagert und oben gleitend eingespannt, können sie die theoretisch errechneten Bewegungen der Fassade schadensfrei aufnehmen. Die Vertikalfugen sind nass verfugt, horizontal ist in den Fugen ein Silikonprofil eingelegt. Dieses nimmt ein dünnes Stahlseil auf, das die Glashalter seitlich in ihrer Lage fixiert.