In der Laudatio zur Eröffnung des neuen Terminals hieß es: „Am Flughafen Köln-Bonn hat Helmut Jahn dem bestehenden aus den 60er Jahren stammenden Betonbau Paul Schneider-Eslebens – einer kräftig modellierten Gebäudefigur – einen hochtransparenten Erweiterungsbau in Gestalt eines stahlgläsernen Hallen-Lofts hinzugefügt. ... Masse und Transparenz sind in ein reizvolles Verhältnis gebracht. ....“. Die Fassade wurde als eine „äußerst filigrane, hochtransparente gläserne Membran“ beschrieben, eine treffende Formulierung für eine raffiniert ausgeführte Stahl-/Glas-Konstruktion, die dem Flughafen eine durchgängige Ästhetik und einladend helle Atmosphäre gibt.
Wesentliche Gestaltungselemente des neuen Terminals sind die 12.000 Quadratmeter große, komplett verglaste Seilfassade und ein fast 23.000 Quadratmeter großes Glas-Stahldach, dessen aufgeklappte Flügel und filigran verästelte Stützenkonstruktion Assoziationen an die Leichtbauweise von Flugzeugtragflächen weckt. Scheinbar schwerelos schweben die einzelnen, durchschnittlich 40 Meter langen und sechseinhalb Meter breiten Dachsegmente über den zweiundzwanzig Baumstützen aus Stahl. Eine technische Herausforderung für seele ergab sich aus der fortlaufenden Aneinanderreihung von Firstgiebeln, die, in einem Winkel von 45 Grad zur Fassade stehend, komplexe geometrische Überschneidungen nach sich zogen.
Das Entwurfskonzept, die hochtechnische Funktion des Gebäudes in seiner Bauart sichtbar zu machen, findet in der Fassadenkonstruktion seine konsequenteste Umsetzung. Knapp zwanzig Meter hohe, durch Zwillingsseile ausgesteifte Pylone setzen ein weit gespanntes Fassadenraster von siebeneinhalb Metern, das sich in jeweils vier senkrechte Glasbänder unterteilt. In Höhe der horizontalen Glasfugen sind horizontal liegende Seilbinder zwischen die Pylone gespannt, mit weiteren Druckstäben, direkt hinter den Fugenkreuzen platziert. Die Glasfassade selbst ist in den Fugen über Klemmscheiben mit vierarmigen Spidern verschraubt, die auf den Enden der Druckstäbe sitzen. Die Glasscheiben direkt neben den Pylonen werden über die Pylon-Druckstäbe sowie die Zwillingsseile vertikal abgelastet. Sie verrauten sich leicht mit den in der Achsmitte liegenden beiden mittleren Glasscheiben und übernehmen so auch hier einen Großteil der vertikalen Lastabtragung. Structural-Silikon in den waagrechen Fugen bewirkt eine direkte vertikale Lastabtragung, spezielle Silikonprofile in den Vertikalen ermöglichen Bewegungen in der Fuge und damit die gewünschte kontrollierte Verrautung der Fassade. Die präzise Abstimmung all dieser statischen Komponenten ermöglichte den Bau einer hochtransparenten Fassade, in der Laudatio treffend als „gläserne Membran“ beschrieben.