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Ganzglastreppe, Deutschland 

Ganzglastreppe, Deutschland

Vollständig transparent verleihen sie dem Raum eine offene und durchlässige Atmosphäre – die erste, über 7,0m frei spannende Ganzglastreppe der Welt. Die Ganzglastreppe besteht im Wesentlichen aus nur zwei Elementen, den senkrechten Treppenwangen und den horizontalen Stufen. Dabei bestehen die beiden Wangen aus jeweils drei Floatglasscheiben mit je 15mm Stärke ohne Stoß. Diese sind wie auch die Stufen mit dem Glasaufbau Float 12/12/12/8mm mit SG-Folien zu Verbundglasscheiben laminiert. Alle für die Fügepunkte der Treppe notwendigen Stahl-Beschlagteile sind ebenfalls unter Verwendung von SG-Folien ein- oder auflaminiert. Neben der großen Spannweite der Treppenwangen zeigt die Treppe damit in beeindruckender Weise, welches Potenzial die Laminiertechnik auch für punktuell lastabtragende Details des Konstruktiven Glasbaus bietet. Die Beanspruchung der Wangen teilt sich in zwei wesentliche Bestandteile: erstens in die eines gelenkig gelagerten Einfeldträgers unter vertikaler Belastung mit einer Spannweite von 7m und zweitens in die eines eingespannten Geländers mit einer horizontalen Belastung (Holmlast).
Die Biegebeanspruchung der Wangen um die starke Achse wird durch die große statische Höhe nicht maßgebend beeinflusst. Statisch und konstruktiv wesentlich anspruchsvoller ist die notwendige Einspannung der Treppenwangen in die ausschließlich horizontalen Stufen. Die gesamte horizontale Aussteifung der Treppe erfolgt über eine Scheibenwirkung der Stufen. Dies gelingt über zwei Befestigungspunkte je Stufenseite, die im vorliegenden Fall dem angreifenden Moment aus der Holmlast einen Hebelarm von ca. 9cm entgegensetzen.
Ebenso sind sowohl statische als auch dynamische Belastungsbedingungen nachgewiesen, wie die Alterungsbesändigkeit der Verbindung, auch bei langzeitiger Einwirkung von Feuchte, erhöhten Temperaturen und UV-Licht. Am 25. Oktober 2006 wurde sie auf der glasstec2006 mit dem “Innovationspreis Architektur und Glas” ausgezeichnet.
sedak