Der neueste Firmensitz der „New York Times“ befindet sich mitten in Manhattan. Renzo Piano entwarf einen Turm mit 52 Stockwerken, dem ein fünfgeschossiges „Podium“ angesetzt ist. Hier finden sich neben einem Auditorium für 350 Gäste, einem innen liegenden Garten auch exklusive Ladenflächen – alles öffentlich zugänglich. Dies zeigt sich auch in der Architektur: Eine exquisite Ganzglasfassade im Erdgeschoss über eine Höhe von gut 6,5 Metern macht neugierig auf das Innenleben und gewährt freien Einblick.
Innen oder Außen? Das Gebäude selbst stellt Gewohntes auf den Kopf und stülpt seine Innenseite nach Außen. Die gesamte statisch tragende Stahlkonstruktion und deren Windaussteifungen sitzen vor dem Gebäude, die Fassaden liegen dahinter. Auch die Erdgeschossverglasung folgt diesem Prinzip und baut sich von Außen nach Innen auf. Je zwei Flachstähle mit markantem Lochbild sind über Edelstahl-Konsolen zu Zwillingsstützen verschraubt. Die nach innen gerichteten Konsolen wiederum greifen in die Knoten der Sekundärkonstruktion ein, es folgen die Isolierverglasung und die Glashalteleisten. Gängige Konstruktionsprinzipien verlieren ihre Gültigkeit: Die Profil-Entwässerungen müssen „umgedreht“ werden, Dichtebenen liegen in umgekehrter Reihenfolge. Wind- und Wettereinflüsse wurden an einem Musteraufbau unter Extrembedingungen simuliert, präzise aufgezeichnet und mit dem Entwurf technisch abgestimmt.
Neben dieser extrem anspruchsvollen Fassade erstellte seele auch alle anderen Glasflächen im Erdgeschoss: vier Windfänge, die Vordächer ebenso wie die Tragkonstruktion für eine aufwändige Beleuchtungsinstallation des Gebäudes. Die in die Fassade eingestellten Ganzglas-Windfänge betonen deren architektonische Leichtigkeit. Statisch selbst tragend, komplett aus Glas aufgebaut und mit Silikon verklebt, stehen sie für eine puristische Architektur in Glas. Hohe technische Anforderungen stellten auch die entspiegelten Verglasungen zum Innenhof, von denen die Auditoriumsfassade eine Sonderstellung einnimmt. Asymmetrisch aufgebaut und mit speziellen Schallschutzfolien laminiert, bietet die Dreifachverglasung einen perfekten akustischen Schutz bei gleichzeitig unbehindertem Blick auf den kunstvoll angelegten Garten des Innenhofes.