Das 2009 eröffnete neue Margot und Bill Winspear Opernhaus in Dallas steht für einen neuen Typus von Konzerthäusern. Das Architekturbüro Foster and Partners stellte eine direkte Beziehung zwischen Innen und Außen her und „demokratisierte“ über eine öffenbare Fassade das Opernevent. Versteckt hinter der hohen Glasfassade, halb unter einer filigranen Beschattungs- und Klimadachkonstruktion sitzend, leuchtet magisch – einem Theatervorhang gleich – die Rotunde des 2.200 Besucher fassenden Auditoriums.
Konstruktionsstahl mit präzisen Kanten, nicht sichtbare Befestigungen und Verbindungen sowie eine ausführliche Planung bis ins letzte Detail: Eine Zusammenarbeit mit Norman Foster ist immer eine besondere Herausforderung. Die Aluminiumpaneele an der Außenfassade entsprachen noch dem „Standardrepertoire“ von seele, die 18,5 Meter hohe Verglasung der Lobby hingegen wartet mit einigen technischen Besonderheiten auf. In die Pfosten-Riegelkonstruktion integriert sitzen drei gigantische Hubtore, jeweils circa 8 Meter breit und 7,20 Meter hoch. 7 Tonnen Glas und Stahl schieben sich, angetrieben über seitlich angeordnete Spindeln, hinter die obere Glasfassade und öffnen das Theater großflächig. Nachlaufende Bodenschwellen schließen den Übergang ebenerdig ab, pneumatisch betriebene Dichtungen gewährleisten die Dichtheit der geschlossenen Tore.
Die Fugen der nicht sichtbar über Sefix befestigten Isolierglasscheiben zeichnen eine saubere horizontale Gliederung und geben der Konstruktion ihre architektonische Anmutung.
Klein, aber dennoch von technischer Finesse: der Ganzglas-Windfang. Seine zwei Portalrahmen für die Türen sowie ein oben umlaufender Stahlrahmen für das Glasdach setzen, Bilderrahmen gleich, eine markante Linie. Hochtransparente Glasscheiben, über statisch beanspruchbares Silikon miteinander verbunden, übernehmen die statische Schwerarbeit ohne sich dies anmerken zu lassen.