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Velodrom, Aigle 

Velodrom, Aigle

Seit 50 Jahren fasziniert R. B. Fullers radikales Konzept für leichte Tragkonstruktionen nicht nur Statiker und Architekten. Er zeigte, wie ein in sich stabiles Raumtragwerk erzeugt wird, in dem nicht zusammenhängende, druckbeanspruchte Elemente mit zusammenhängenden, auf Zug beanspruchten Elementen verbunden werden. Nach diesem „Tensegrity“-Prinzip überspannte das Büro Grand Architects, Lausanne, die elliptische Grundfläche des Velodroms in Aigle stützenfrei mit einer zweilagigen pneumatischen Membrankonstruktion. Bei Achsmaßen von 90 auf 70 Meter und einer Membranfläche von knapp 5000 Quadratmetern zählt das Membrankissen zum Größten seiner Art weltweit. Im Grundriss besteht die Stahlkonstruktion aus drei, nebeneinander liegenden Druckringen, die durch Speichen aus Rundrohrprofilen verbunden werden. Der äußere Ring ist als Raumfachwerk ausgebildet. Dazwischen hängen vertikale „Luftstützen“, die nach oben und unten durch je vier Zugstäbe pyramidenförmig abgespannt sind. Zusätzlich ist

die gesamte Stahlkonstruktion unterspannt durch Zugstangen, die vom Randträger aus über die Luftstützen zum inneren Zugring verlaufen. Das pneumatische Kissen besteht aus zwei Membranlagen, gefertigt aus PVC-beschichtetem Polyestergewebe - in einem Stück konfektioniert und montiert. Die untere Membrane wird im Randbereich von 56 Luftstützen und einem Seilnetz getragen, während der mittlere Bereich einen Durchmesser von 40 m frei überspannt. Die obere Membranlage überspannt die komplette Ellipse. Gehalten wird sie von 28 Radialseilen, die witterungsgeschützt in Seiltaschen geführt, auf der äußeren Membrane liegen. Über zwei Gebläsestationen wird ein Luftdruck von 370 Pa gehalten. Innerhalb der Membrane angebrachte Sensoren reagieren auf Wetterverhältnisse und steuern den Druck in der Membrane bis auf maximal 1000 Pa. Den äußeren Abschluss der Überdachung bildet eine umlaufende Attikaverkleidung aus Aluminium.

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